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Montag, 23. Oktober 2017

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Paul Wassermann Interview Drucken E-Mail
Paul Wassermann Interview
BobMarley.at - Movement of Jah People Neue Seite 1

 

 



Paul Wassermannaus Wien, Jahrgang 1959, ist mit "dem liebsten Menschen", Susi, verheiratet. Die beiden haben zusammen zwei erwachsene Töchter: Jasmin und Tamara. Er verbrachte mit Frau und Kindern - im Rahmen der privaten Initiative "Hoffnung für Afrika" - viel Zeit in Äquatorialafrika. Durch verschiedene Veranstaltungen (z.B. Wiener Rathaus, Open-Air 1990 und 1991. "Wenn 20.000 Leute kommen um Musik zu hören, nennen die Behörden das dann 10 Jahre später eine Demonstrations-Organisation.") konnten Mittel für den Bau von Schulen, Wasserprojekten und Pflanz- und Viehzuchtarealen aufgebracht werden. Dafür gab's für Paul und Susi zahlreiche Auszeichnungen für humanitäres Wirken, wie z.B.. Durch die Albert-Schweitzer-Gesellschaft, das Oeuvre Humanitaire, uvm. Seit etwa 1983 fährt der Autor mit Gattin in der Welt herum und beschäftigt sich mit der Volkspflanzenkunde. Seit einigen Jahren wird auch selbst gezüchtet und geforscht. "Fast jede Woche gibt es neue Entdeckungen oder Erkenntnisse". Diese finden auch in ihren Büchern ihren Niederschlag. Paul, Susi und Jasmin sind übrigens auch Herausgeber der Zeitschrift "Ethnobotanik".



NattyRoots.com: Die medizinische Verwendung und Wirksamkeit von Ginseng, Lapacho, Kava-Kava und anderen mächtigen Heilpflanzen ist erstaunlich. Warum sind in unserem europäischen Raum diese Arten von medizinischer Behandlung bislang vergleichsweise mit der Schulmedizin so unbekannt?

Paul Wassermann: Machtvolle Heilpflanzen führen aus wirtschaftlichen Überlegungen ein Mauerblümchendasein in unserer westlichen (Ach so schönen) Welt. Sobald die Heilkräfte einer Pflanze publik werden, wird selbige flugs genauer untersucht. Und sobald die Wissenschaft irgendwelche Heilwirkungen nachweisen kann, werden diese Gewächse unterschiedlichen Restriktionen unterlegt (etwa nach dem Arzneimittelgesetz oder der Rezeptpflichtverordnung), Gewisse - erforschte - Inhaltsstoffe werden dann herausextrahiert und in Kapselform etwa auf den Markt gebracht (logischerweise durch die Pharmaindustrie). Diese Produkte sind dann meistens unterdosiert (Placeboeffekt) und immer überteuert. Das Beispiel Lapacho ist überhaupt gut. In Österreich ist man erst vor kurzer Zeit "offiziell" auf die unglaublichen Heilwirkungen aufmerksam geworden. Und seither wird diese Rinde natürlich als Arzneimittel angesehen.
Mir persönlich sind zumindest zwei Fälle bekannt, wo Lapacho Krebs geheilt hat. Und dies bei Patienten, welche von der Schulmedizin bereits "aufgegeben" worden sind. Obwohl diese Menschen schon längst tot sein "müssten", treffe ich sie noch heute dann und wann. Leider reicht hier die Zeit nicht aus, um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Lapacho & Co aufzulisten. Aber zum Glück gibt es ja einschlägige Fachliteratur.

NattyRoots.com: Du hast in Deinem Büchern wie z.b. "Liebesblüten" oder der bekannten "(Praxis)Fibel der Ethnobotanik" fachliche Experteninformationen für alle Interessierten erfolgreich auf den Markt gebracht. Verrate uns welche Fachliteratur wir in Zukunft aus dem GLW Verlag erwarten können?

Paul Wassermann: In wenigen Tagen erscheint mein bisheriges Lieblingsprojekt, das Buch "Vorsicht Drogen!". Darin geht es um Halluzinogene, Aphrodisiaka, Gifte, Rausch- und Suchtmittel, welche defacto überall frei erhältlich sind, oder aber bei einem Spaziergang im Park gepflückt werden können. Und es ist fast unvorstellbar, was man alles mit solchen Produkten "anstellen" kann. Das geht bis zur "Zerstörung" ganzer Städte. Aber die sind alle legal. Im Frühjahr 2002 gibt es dann endlich das Buch "Rezepte der Lust, der Liebe, des Glücks und des Grauens". Das ist eine Co-Produktion mit zwei weiteren Autoren, welche unter einem Pseudonym daran mitarbeiten. Auch echte Fachleute werden es kaum für möglich halten, was da so alles drinsteht. In der Folge (in Arbeit) gibt es dann die Bücher von Walter Karhan ("Grenzenlose Magie") und Herbert Soucek (das ultimative Kakteenbuch).
Und da die Nachfrage nach meiner Praxisfibel mittlerweile groß ist, wird es bald eine 4. Auflage geben. Natürlich wieder mit den neusten Erkenntnissen. Offen gesagt: Eigentlich könnte man jedes Buch schon wenige Wochen wieder ergänzen. Es gibt ja quasi tagtäglich neue Erkenntnisse.

NattyRoots.com: Schamanismus ist die älteste Heilmethode der Welt. Wie sehr sind solche Rituale in Österreich vertreten? Gibt es einen wachsenden Personenkreis der Schamanismus betreibt oder bleibt das nur wenigen als "Underground-Sache" bei uns vorbehalten?

Paul Wassermann: Das kommt vorerst darauf an, was der Interessent unter Schamanismus versteht, oder was ihm darüber gesagt wird. Meiner Ansicht nach ist ein Schamane ganz einfach ein Heiler, welcher sicher der Natur bedient. Also, eigentlich absolut keine "Underground-Sache". Leider ist es aber so, dass unter diesem "Deckmantel" auch so allerlei Unfug getrieben wird. Und dies selbstverständlich gegen entsprechende Bezahlung. Weit verbreitet wird Schamanismus ausschließlich mit psychoaktiven Pflanzen in Verbindung gebracht, d.h. standardmäßig denkt man da an San Pedro (Kakteen; Anmerkung NattyRoots.com), Pilze, Ayahuasca und ähnliches. Das ist aber nur ein Teil eines viel ausgedehnteren Ganzen. Wen es um psychoaktive Pflanzenrituale geht, ist das in Österreich nicht so ganz einfach, da die meisten verwendeten Pflanzen verschiedene Verbote und Einschränkungen unterliegen. D.h. bei uns würde man sich mit manchen Ritualen ganz einfach strafbar machen. Hier muss man dann von einer Underground-Szene sprechen. Es gibt aber auch Lichtblicke: Ich lerne immer mehr Ärzte kennen, welche sich nach und nach auch mit rein pflanzlichen Heilmitteln beschäftigen. Nur überall herumerzählen tun die das - aus verständlichen Gründen - nicht.

NattyRoots.com: "Drogen aus dem Supermarkt" lautet eine weitere Literatur aus dem GLW Verlag. Was ist damit gemeint?

Paul Wassermann: In jedem Supermarkt der Welt kann man Drogen frei erwerben. Dies gilt auch für Baumärkte, für den Greissler um die Ecke usw. (Anm. NattyRoots.com: Besonders viele "grüne Drogen" sind natürlich auch bei jedem Gärtner frei verkäuflich.) Wenn du etwa eine simple Vanilleschote isst, hast du ein siebenstündiges Aphrodisiakum mit eindeutiger Psychostimulans. Oder etwa der Safran oder viele Gewürze mehr. Es geht in diesem Buch ganz einfach um Aufklärung. Wenn man solche Pflanzen gebraucht, wird man wunderschöne Stunden erleben. Und ein Missbrauch (Überdosierung, falsche Verwendung) ist meist auf Irrtum oder fehlende Aufklärung zurückzuführen. Ich nenne hier immer wieder gerne die Engelstrompete als Beispiel. Da ist alles möglich zwischen Himmel und Hölle, auch die Irrenanstalt oder das Grab. Aber wenn ich den Jungendlichen sagen, lasst die Pflanze in Ruhe, weil die ist so halluzinogen oder wasweissich, dann werden die Blümchen erst recht ausprobiert. Und dadurch kommt es zu den Todesfällen. Man muss diese Menschen möglichst vollständig informieren. Verbote haben ja auch noch nie viel in der Richtung gebracht. Und wenn ich etwa einige rohe Feuerbohnen esse, dann schaut es auch düster mit dem Verbleib in der irdischen Welt aus. Da gibt es eben im Buch "Vorsicht Drogen" hunderter Beispiele. Die Dosis und Art der Anwendung macht es aus.

 



NattyRoots.com: Hast Du als Experte schon von schlechte Erfahrungen mit der Exekutive bezüglich der Ethnobotanik gemacht? Wie breit ist der Grad zwischen Repressalien vom Staat und echtem objektiven Schutz der Bevölkerung von gefährliche Drogen?

Paul Wassermann: Die Exekutive macht die ihr übertragene Arbeit. Selbstverständlich wurden auch gegen mich schon verschiedene Vorerhebungen im Auftrag des Gerichts geführt, das kann man aber nicht der Polizei ankreiden. Wenn eine Polizeidienstelle etwa den Auftrag für eine Hausdurchsuchung und für ein Verhör von "Verdächtigen" bekommt, dann muss das erledigt werden. Die Verantwortung liegt hier bei den Staatsanwälten und Gerichten. Und die müssen sich eben an den bestehenden Gesetzen orientieren. So gesehen kann man eigentlich nicht wirklich von Repressalien reden. Aber leider dauern solche Verfahren sehr lange und du musst dich natürlich damit auseinandersetzen (z.B. Vernehmung durch die Kripo, dann durch den Untersuchungsrichter, etc.) Das kostet halt Zeit und Energie. Endeffektlich wurden sämtliche Anzeigen bereits im Vorverfahren zurückgelegt, d.h. es ist nie zu einem ordentlichen Verfahren gekommen. Wesentlich lästiger ist da schon Marktamt. Da wird etwa ethnobotanisches Anschauungsmaterial beschlagnahmt. So was unterliegt nie und nimmer den Anwendungsbestimmungen des Lebensmittelgesetzes. Aber um eine Stellungnahme kommt man nicht herum. Und nach vielen Monaten wird das Pflanzenmaterial dann bezahlt.
Auf die Frage nach Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Drogen kann ich nur antworten, dass es so was einfach nicht gibt und geben kann. Wenn du dir 20 Gramm Safran kaufst und den isst, bist du ziemlich sicher tot. Oder wenn du dein Motoröl, deinen Abflussreiniger oder sonst was trinkst, landest du auch in der toxikologischen Intensivstation. Hier wird nach Paragraphen "geschützt" und nicht wirklich nach Gefährlichkeit. Aber wenn's darum geht, kannst du dich auch mit rohen Kartoffeln oder Tomaten (grüne Früchte) umbringen. Das ist auch für die zuständigen Behörden manchmal ein Dilemma.

NattyRoots.com: Die Ärztekammer, Wirtschaftskammer und den großen Pharmafirmen wird öfters vorgeworfen natürlich Heilmethoden durch Gesetze zu unterdrücken. Können Du dem zustimmen, und wenn ja warum gibt es so eine Lobby?

Paul Wassermann: Natürliche Heilmittel werden ständig irgendwelchen Einschränkungen unterworfen. Ich glaube nicht, dass hier die Wirtschaftskammer viel "Schuld" trifft, aber schon die Pharmaindustrie. Da geht es eben um wirtschaftliche Interessen , also eben um Bares. Zuerst wird eine Pflanze Restriktionen unterworfen, um dann den einen oder anderen wirksamen Inhaltsstoff künstlich zu erzeugen. Und das wird dann als Medikament auf den Markt gebracht. Da bei solchen Verfahren aber zwangsweise verschiedene Inhaltsstoffe auf der Strecke bleiben, und das Endprodukt unverhältnismäßig teuer ist, bin ich kein Anhänger solcher Aktivitäten. Traurig ist hier besonders, dass Menschen leiden und sterben, nur weil die Hilfe "illegal" ist. Gereon Janzig schreibt in seinem Buch "Psychoaktive Drogen weltweit" etwa sinngemäß, dass es für ihn ein Skandal sondergleichen ist, dass schwerkranke Menschen das Heilmittel Hanf von Staats wegen verboten wird, und gleichzeitig die Leute in den Kliniken reihenweise mit Valium in die Sucht getrieben werden. Und eigentlich ist es auch nicht besonders schlau, mit Medikamenten zwar seiner Herzprobleme zu lösen, sich aber gleichzeitig die Leber zu zerstören.

NattyRoots.com: Gibt es Krankheiten die eindeutig nicht mit der "Kraft der Natur", sondern besser mit der Schulmedizin behandelt werden sollten?

Paul Wassermann: Nein, ausgenommen die Chirurgie bis zu einem gewissen Grad.

NattyRoots.com: In der Naturwissenschaft und dem Schamanismus wird alles Leben als gleichwertig betrachtet. Der Respekt vor der Natur ist bei Menschen die sich mit Ethnobotanik beschäftigen weit größer als bei anderen. Wird diese Haltung gegenüber der Natur erst durch Ethnobotanik ausgelöst, oder ist es wichtig schon davor den nötigen Respekt vor allem Leben zu haben?

Paul Wassermann: Der Respekt vor allem Leben hat mit der Ethnobotanik sehr wenig zu tun. Ich meine, da muss man schon ganz woanders anfangen. Was nützt es dem Hingerichteten, wenn sich drei Jahre nach seinem Tod seine Unschuld herausstellt? Und dann die - ach so gerechten Vergeltungsschläge, die dann wieder vergolten werden, usw. Erfahrungsgemäss kann ich aber sagen, dass Pflanzenfreunde grundsätzlich weit mehr Respekt vor allem Leben haben als Standartidioten. Das kann man aber angesichts des Systems in dem wir leben nicht alleine diesen Leuten andichten oder vorwerfen. Wenn du mit Unsinn über die Medien zwanzig Jahre vollgepumpt wirst, dann glaubst du diesen irgendwann auch. Das ist mehr ein Problem der seriösen Aufklärung. Wenn der Quartalsäufer über die Haschischsüchtigen herzieht, kannst du dem erklären was du willst. Da ist keine Aufnahmekapazität vorhanden. Das ist alles Blödsinn, was du ihm erzählst. Was nicht ist kann nicht sein, und umgekehrt. Hier muss eben ein dauerkrankes System mit allen Mitteln aufrechterhalten werden. Bezeichnend dafür ist ja auch die Tatsache, dass bewusstseinerweiternde Drogen grundsätzlich illegal sind, die gefährlichsten Rausch- und Suchtdrogen der Welt aber legal (Alkohol, Nikotin, Zucker, Kochsalz, uvm.)

NattyRoots.com: Es wurde von Personen berichtet die nach Konsum von Stechapfel oder Tollkirsche in die Psychiatrie mussten. Warum passieren solche "Unfälle" überhaupt, und wie gefährlich sind generell solche "grünen Drogen" wirklich?

Paul Wassermann: Pflanzendrogen sind nicht ungefährlich. Weil du speziell Stechapfel und Tollkirsche (Ich meine damit auch noch weitere "gefährliche" Pflanzen wie etwa die Engelstrompete) erwähnst: Mit solchen Gewächsen kann man - wie immer - wunderbares bewirken, aber auch grausam in den Abgrund stürzen. Der unüberlegte Gebrauch solcher Gewächse kann allzu leicht im Grab enden. Hier ist wieder Information und Aufklärung gefragt. Derartige "Unfälle" passieren einfach aus mangelndem Wissen. Der Freund hat dies und das berichtet, in dem Buch steht, das wirke halluzinogen und ähnlich ungeeignete Infos sind dafür verantwortlich. Vorsätzlich umbringen tut sich damit eh kein Mensch. Generell würde ich nochmals empfehlen: Wenn du über eine Pflanze nicht genau Bescheid weißt, lass die Finger zumindest so lange davon, bis ausreichend (!) Informationen zur Verfügung stehen. Alles andere kann zum "irrtümlichen Selbstmord" führen (Was nicht heißt, dass dies so sein muss).

NattyRoots.com: Du selbst hast jahrelange Erfahrungen auch mit den besonders exotischen und seltenen Heilpflanzen der gesamten Welt. Aus welchen Ländern werden denn die mächtigsten Heilpflanzen zu uns importiert?

Paul Wassermann: Ich würde da Fernost, Südamerika und Äquatorialafrika sagen. Es ist aber auch keine große Kunst, solche Pflanzen in unseren Breitengraden zu züchten. Wie stark oder schwach eine Pflanze ist, hängt von der Verwendung ab. Was nützt mir die machtvollste Heilpflanze gegen grippalen Infekt, wenn ich ein Magengeschwür habe? Machtvolle Heilpflanzen wachsen überall auf der Welt, auch in Österreich.

NattyRoots.com: Herzlichen Dank für das Interview!


 

(c) 2001 - 2003 NattyRoots.com

 


Info: Paul Wassermann, Kolbegasse 44 1230 Wien Tel.: 01/7698905 Fax: Dw -4

 

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