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Home Rastafari
Samstag, 24. Juni 2017

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Rastafari 01 Drucken E-Mail
Rastafari

BobMarley.at - Movement of Jah People

Auf diesen Seiten wird alles Wissenswerte über die Religion der Bob Marley angehört(e) ausführlich erklärt. Alle Texte sind freundlicherweise von RiddimXL zur Verfügung gestellt worden, ausgenommen mit einem * am Absatzanfang.

 

Als der schwarze Jamaikaner Marcus Garvey Anfang des 20. Jhd. einen schwarzen Nationalismus predigte, löste er damit in Nordamerika eine Massenbewegung aus. Auf Jamaika wurde er Begründer der "Back to Africa"-Bewegung. Er predigte die Ebenbürtigkeit von Schwarz und Weiß und versuchte das gebrochene Selbstwertgefühl der Schwarzen aufzurichten, indem er sie aufforderte zu ihren eigenen Wurzeln zurückzukehren und die ihnen aufgezwängte westliche Kultur abzulegen. Er lehrte, dass Jamaika nicht das Land der Schwarzen, sondern das Land der weißen Ausbeuter - nämlich Babylon - ist. Das wahre Land ist Zion, Zion in Afrika, aus dem die Weißen die Schwarzen verschleppt haben.

Garveys Endziel war die Rückkehr aller Schwarzen nach Äthiopien, dem einzigen nie kolonialisierten selbständigen afrikanischen Land. In seiner Sprache ein Synonym für ganz Afrika.

"If the white man has the idea of a white God, let him worship his God as he desires. If the yellow man's God is of his race let him worship God as he sees fit. We, as Negroes, have found a new ideal. Whilst our God has no colour, yet it is human to see everything through one's own spectacles, and since white people have seen their God through white spectacles, we have only now started out (late though it be) to see our God through our own spectacles. The God Isaac and the God Jacob let Him exist for the race that believes in the God of Isaac and the God of Jacob. We negroes believe in the God of Ethiopia, the everlasting God - God the Father, God the son and God the Holy Ghost, the one God of all ages. That is the God in whom we believe, but we shall worship Him through the spectacles of Ethiopia."
(Marcus Garvey laut seiner Frau Amy Jaques Garvey, Philosophy and Opinions of Marcus Garvey, 1982 zit. nach Kremser (Hrsg.), 1991)

Links: Marcus Garvey

Unten: Marcus Garvey Gedenkmünze

Rechts: Black Star Line

1919 gründete Garvey die Schifffahrtslinie Black Star Line, die die Transportverbindung nach Afrika herstellen sollte. Er stellte Aktien nur für Schwarze bereit und nahm Millionen von Dollar ein, indem er einzelne Anteile zu 5 $ verkaufte. Es wird gesagt, dass Garvey gar nicht vorhatte, Schwarze zurück nach Afrika zu transportieren, dass dieses Argument nur eines von besonders geschäftstüchtigen Spendeneintreibern sei. Trotz konstanter Verfolgung durch die Behörden kaufte die Gesellschaft einen alten Baumwollfrachter und begann 1920 den Handel zwischen Jamaika und New York aufzunehmen. Seine auf 3 Millionen Anhänger geschätzte Bewegung "Universal Negro Improvement Association" (UNIA) stellte damals einen beachtlichen politischen Faktor dar.

"What We Believe"
The Universal Negro Improvement Asociation advocates the uniting and blending of all Negroes into one strong and healthy race. It is against miscegantion and race suicide. It believes that the Negro race is as good as any other, and therefore should be proud of itself as others are. It believes in the purity of the negro race and the purity of the white race. It is against rich blacks marrying poor whites. It is against rich or poor whites taking advantage of Negro women. It believes in the spiritual Fatherhood of God and the Brotherhood of Man. It believes in the social and political seperation of all people to the extent that they promote their own ideals and civilisation, with the privilege of trading and doing business whith each other. It believes in the promotion of a strong and powerful Negro nation in Africa. It believes in the rights of all men. Marcus Garvey, President-General, 1.1.1924"

Großen Einfluss übte er auf junge afrikanische Politiker aus – so z.B. auf "Zik" Azikiwe aus Ghana, Kwame Nkrumah aus Ghana und Jomo Kenjatta aus Kenia, die später ihre Länder in die Unabhängigkeit führten. In den Vereinigten Staaten kam es unter Garveys Einfluss zu der berühmten Busfahrt von Montgomery, die die Bürgerrechtsbewegung auslöste.

1921 gründete Garvey in New York die "African Orthodox Church" bevor er 1925 aufgrund fingierter Beweise wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis kam und 1927 nach Jamaika abgeschoben wurde.
Er starb 1940 in aller Stille in London, der Leichnam wurde feierlich nach Jamaika überführt und in einem Mausoleum beigesetzt.

Garvey wird seit der Unabhängigkeit Jamaikas als Nationalheld verehrt. Einer seiner wichtigsten überlieferten Sätze ist: "Schaut nach Afrika, wenn ein schwarzer König gekrönt werden wird, dann ist der Tag der Erlösung nahe!"

Es ist allerdings sehr umstritten, ob dieser Satz wirklich aus Garveys Mund stammt. Reverend James Morris Webb, ein Mitarbeiter Garveys, hat ein Buch mit dem Titel: "A Black Man Will Be The Coming Universal King, Proven By Biblical History" geschrieben, in dem die Prophezeiung genau so zu finden war, wie man sie Garvey in den Mund gelegt hat.

*Marcus Garvey´s Zitat:

"Ein Mensch ohne das Wissen über seine Vergangenheit, ist wie ein Baum ohne Wurzeln."

 

 

 

Im November 1930 wurde der Äthiopier Ras Tafari Makonnen in einer triumphalen Zeremonie zum Kaiser seines Landes gekrönt. Er legte seinen bürgerlichen Namen Ras Tafari (Ras = Fürst) ab und nannte sich seine kaiserliche Majestät Haile Selassie I (Kraft der Dreieinigkeit). Haile Selassie gilt als der 225. Nachfahre der königlichen Linie von David. Ein Erbe des König Solomon und der Königin von Sheba (Saba), äthiopische Könige.

Am 7. Oktober 1928 wurde er zum König (negus) gekrönt. Auf dem Weg dorthin exekutierte er mehrere Rivalen. Zum Kaiser bzw. "König der Könige" (Negusä nägäst) wurde er erst am 2. November 1930 gekrönt, nach dem mysteriösen Tod der Kaiserin Zawditu. Sein vollständiger Titel lautet:

His Imperial Majesty Haile Selassie, King of Kings, Lord of the Lords, Conquering Lion of the tribe of Judah, Elect of God, Emperor of Ethiopia.

 

 

 

Die Anhänger Garveys in Jamaika lasen von diesem Ereignis und konsultierten ihre Bibel nach einem Zeichen: Könnte dies der Schwarze König sein, von dem Garvey sprach?

Offenbarung 5:2,5 "And I saw a strong angel proclaiming with a loud voice, ‚Who is worthy to open the book, and to loose the seals thereof? And one of the elders saith unto me, ‚Weep not: behold, the Lion of Judah, the Root of David, hath prevailed to open the book, and to loose the seven spirits of God send forth into all the earth".

Für viele Schwarze war dieser Tag die Erfüllung von Garvey´s Prophezeiungen. Haile Selassie wurde als lebendiger Gott angesehen, der die Rückkehr und Wiedervereinigung aller Schwarzen in Afrika bereiten würde. Auf Jamaika bildete sich eine religiöse Gemeinschaft, deren Mitglieder sich nach Haile Selassies bürgerlichem Namen "Rastafarians" nannten. Jah Lloyd erläutert die Bedeutung dieses Namens:

"[...], das Wort "Rastafari" ist ein amharisches Wort und daher ein ursprünglicher Laut der Schöpfung. Seine Deutung ist die folgende: "Jah" heißt Jehova, "Ras" bedeutet Haupt, und "Tafari ist ein passives Verb mit der Bedeutung "gefürchtet werden". Zusammen ergibt das also: "das Haupt des Allmächtigen, der Wert ist gefürchtet zu werden"."

Anfang der dreißiger Jahre berichtete die jamaikanische Tageszeitung "Daily Gleaner" von einem "Niyabingi"-Orden in Äthiopien und im Kongo, der angeblich von Selassie persönlich geführt und der weißen Rasse einen vernichtenden Krieg geschworen hatte. Die jamaikanischen Rastafarians begriffen sich ebenfalls als Niybingi-Krieger in der Armee ihres Gottes und schworen "Tod allen Weißen und Schwarzen Unterdrückern".

Leonard Howell, der das Buch von Webb studiert hatte, begann in Jamaika die Göttlichkeit des äthiopischen Kaisers zu predigen und die Glaubensgrundsätze der Rastafari-Lehre zu verkünden:

1. Die Schwarzen sind Reinkarnation der alten Israeliten und wurden wegen ihrer Übertretungen nach Westindien exiliert.
2. Haile Selassie ist der lebendige Gott und Kaiser der Welt.
3. Äthiopien ist der Himmel. Die Situation auf Jamaika ist hoffnungslos die Hölle.
4. Schwarze sind den Weißen überlegen. Sie werden bald die Welt regieren.
5. Bald werden die Schwarzen sich an den Weißen rächen.
6. Ihr Gott und Kaiser wird bald die Rückkehr in ihr Heimatland Äthiopien arrangieren.

Diese Glaubensätze waren etwa bis 1953 gültig. Man sollte sie aber nicht zwingend als rassistische Diskriminierung sehen. Vielmehr ist ihre Aussage, dass Schwarze, durch den langen Weg der Unterdrückung in Babylon geprägt, eine andere, höhere Ebene der Erleuchtung erreicht haben und somit auserlesen sind.

Die Rastafari-Religion bekam massenhaft Zulauf aus den Ghettos, da sie es den Schwarzen ermöglichte ein neues Selbstwertgefühl aufzubauen, Stolz zu entwickeln und sich spirituell zu emanzipieren. Haile Selassi-Bildnisse wurden wie Reliquien verehrt. Howell verkaufte sie und erzählte, sie seien zugleich Pass und Visum für die baldige Einreise nach Äthiopien.

 

1936 musste Haile Selassie – nach der Invasion seines Landes durch die italienischen Faschisten – ins Exil, zunächst nach Jerusalem, dann nach England. Im Mai 1940 rettete Winston Churchill ihn aus seinen Schwierigkeiten, als Italien als Feind Großbritanniens offiziell in den zweiten Weltkrieg eintrat. Von den Briten nach Khartum eingeschmuggelt, organisierte Selassie in den Wüsten des Sudan eine Armee.. Am 5.Mai 1941 gelangte er wieder auf seinen Thron in Addis Abbeba. Seine Krönung und der Sieg über die weißen Angreifer ließ sein Ansehen in der Schwarzen Welt gewaltig wachsen.

Er führte Reformen durch und wollte Äthiopien in ein modernes Land verwandeln. 1955 erließ er eine neue Verfassung, die allen seinen Untertanen das allgemeine Wahlrecht und Gleichheit nach dem Gesetz zusprach, aber das Dokument enthielt einen entscheidenden Vorbehalt:

"Kraft seines kaiserlichen Blutes sowie der Salbung, die ER empfangen hat, ist die Person des Kaisers heilig. Seine Würde ist unverletzlich und seine Macht unbestreitbar".

 

1958 lud ein anderer, selbst ernannter Rasta-Führer ca. 300 Brüder zu einem großen "Niyabingi" ein. Sie gaben sich 21 Tage lang dem Ganja-Rauchen, Trommeln, Tanzen und der Liebe hin. Eine militante Fraktion der großen Bruderschaft versuchte schließlich den Victoria-Park zu besetzen, um von dort aus die ganze Stadt im Namen Selassies zu erobern.

1959 verkaufte ein weiterer Rasta-Prediger erneut Schiffstickets für den von ihm benannten Termin für die Rückfahrt nach Afrika: den 5. Oktober 1959. Leider tauchte an dem Tag aber kein Schiff am Horizont auf: Er wurde verhaftet und ließ seine Brüder, die all ihr Hab und Gut verkauft hatten, obdachlos im Ghetto Kingstons zurück.

Die abwegige Forderung nach der Afrikamission wurde von Manley, dem Vorsitzenden der Jamaika Labour Party als erster realisiert - denn er wusste, dass sie in einem Fiasko enden muss. Haile Selassie war durchaus bereit, Jamaikaner in seinem Land aufzunehmen, nur sollten es bitte nicht diese langhaarigen, marihuana-rauchenden Rastas sein, die sich weigerten Steuern zu zahlen. Ärzte, Ingenieure und andere hochqualifizierte Einwanderer waren hingegen willkommen. Diese wussten jedoch, dass sie in Jamaika besser leben konnten als in Äthiopien und sie wussten auch, dass Haile Selassie ein Despot war, der in Luxus schwelgte, während sein Volk vor den Palasttoren verhungerte.

 

1960 gab es in Äthiopien eine Palastrevolte, die von Haile Selassies Sohn, Kronprinz Asfa Wossen, unterstützt wurde. Von seinem Staatsbesuch in Brasilien zurückgekehrt ließ der Kaiser den Aufstand niederschlagen. Erklärtes Ziel des Umsturzversuches war es gewesen, ein neues Regime einzusetzen , das einen rascheren gesellschaftlichen und ökonomischen Fortschritt gewährleisten sollte.

 

Im April 1966 hat Norman Manley dann - sozusagen als Trostpflaster - Haile Selassie nach Jamaika eingeladen. Hunderttausende drängten sich hinter den Absperrungen auf dem Flughafen. Es regnete in Strömen. In dem Moment als die Tür der Maschine aufging und der Kaiser heraustrat, riss die Wolkendecke auf und die Sonne schien auf das Rollfeld herunter. Die Rastas gerieten durch dieses "himmlische Zeichen" in einen Taumel der Begeisterung und waren nicht mehr zu halten. Sie rissen die Absperrungen nieder und stürmten jubelnd auf das Rollfeld. Selassie floh erschrocken zurück in die Maschine und traute sich eine halbe Stunde lang nicht, die Bordluke wieder zu öffnen.

Während seines Besuchs in Jamaika äußerte sich Selassie weder zum Rastafari-Kult noch zu seiner angeblichen Göttlichkeit. Dennoch verbreitete sich bei den Rastas sehr schnell ein Gerücht, demzufolge der Kaiser einigen Rasta-Älteren ein geheimes Kommunique übergeben habe, in dem er sie aufforderte, Jamaika zuerst aus den Klauen des Neokolonialismus zu befreien, bevor sie nach Afrika auswanderten: "liberation before emigration".

Dadurch wurde ein wunder - weil konkreter - Punkt in der Rasta-Religion beseitigt, denn die bisher nicht erfüllte Prophezeiung der Erlösung des schwarzen Volkes durch die Rückkehr nach Afrika wurde nun auf einen unabsehbaren Zeitpunkt vertagt...

 

Selassie begann nach der Palastrevolte seine Volk über seine politischen Ziele per Rundfunkansprache zu informieren, doch viele waren der Meinung, er täte zu wenig und es sei überdies zu spät. Eine winzige Fraktion der intellektuellen Elite Äthiopiens machte sich in den frühen 70ern bemerkbar, als das sogenannte Horn von Afrika zu einer der strategisch wichtigsten und politisch unsichersten Regionen der Welt wurde. Die USA schickten Militärhilfe, um die äthiopische Armee zu stärken. Die Sowjetunion bewaffnete den ewigen Feind Somalia und unterstützte den revolutionären Befreiungskampf in der Region Eritrea.

Am 27.August 1975 starb Haile Selassie als entmachteter und gedemütigter Mann nach einer jahrzehntelangen Feudalherrschaft in einer kleinen Wohnung im Palast.

Doch die jamaikanischen Rastas interessieren die Nachrichten über seine Grausamkeiten und sein Versagen nicht. Für sie ist eine solche Meldung ein weiterer Versuch der weißen Unterdrücker, die Macht und Werte Afrikas zu untergraben. Und: "you nuh cyan bury Jah" sagen die Rastas, "Jah kann man nicht begraben.

Daher ist auch nach dem Tod von Haile Selassie Äthiopien das Land der Verheißung und "Jah Rastafari" lebt, denn Gott stirbt für die Rastafarians niemals.

 

Phänomenologie des Rastafarianismus

Zur Bestätigung von Garveys Prophezeiungen studierten die ersten Rastafarians die Bibel in der King James Version, deren Zuverlässigkeit als Quelle zur theologischen Wahrheitsfindung so beschrieben wird:

"Die Bibel ist ein sehr prophetisches Buch mit einer langen Geschichte der Moral, menschlichen und sozialen Lebens und Erfahrens." (Jah Bones, One Love. Rastafari: History, Doctrine and Livity)

Im gewissen Sinne sind also die Rastafarians Biblizisten, wie es schon vor ihnen die puritanischen Herren gewesen waren. Die überlieferte Bibel ist für sie aber nur die Version des weißen Mannes. Sie ist den Rastafarians zwar heilig, sie enthält aber Verdrehungen und Auslassungen im Interesse der Machterhaltung der Sklavenhalter. Daher konzentrieren sich die Rastafarians beim Studium vor allem auf die fünf Bücher Mose, die Psalmen, das Hohelied, Jesaja, Ezechiel, im Neuen Testament auf die Briefe an Timotheus, an die Korinther, die Hebräer und die Offenbarung. In erster Linie wird die Bibel als ein Buch der Symbole gesehen.

 

Jah

"Jah. Der Name des Schöpfers in seiner zweiundsiebzigsten Reinkarnation auf dem Planeten Erde in der Person von Selassie I. Die Rastafaris wissen, dass dieser Name heutzutage die Macht des Allmächtigen enthält"

Die Herkunft des Gottesnamens ist ungeklärt. Die Erklärungsversuche reichen von der Gottesbezeichnung 'Jah' der Maroons über die Kurzform 'Jah' für Jehova in der englischen Bibel von 1539 bis 1758 bis hin zum Hindu-Wort 'Jai' in der Gottesverehrung der Hindus.

 

Schöpfungsgeschichte

Die ersten Menschen, die Jah in Gen 1,26 nach seinem Bilde schuf, waren schwarze Menschen, da ja auch Gott schwarz ist, denn "Gott ist schwarz" heißt es bei Jer 8:21 in der englischen Fassung und die Rastafarians begreifen sich als schwarze Israeliten.

Sie waren Gottes Auserwählte, denen er den Auftrag erteilte, fruchtbar zu sein und die Erde zu bevölkern. Bedeutsam ist auch, dass Jah den Mann und die Frau gleichzeitig und damit gleichwertig geschaffen hat. Erst danach hat Jah in Gen 2,7ff Adam und Eva geschaffen, die Vorfahren der Weißen, und zwar nacheinander und nicht gleichwertig. Ihnen wurde die Bearbeitung des Bodens aufgetragen, nicht jedoch wurde ihnen gesagt, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren. Daher musste beider Sexualität zur Sünde führen.

Die beiden zentralen Aspekte des Rastafarianismus sind die Göttlichkeit Haile Selassies und die Forderung nach Repatriierung.

 

Der lebendige Gott

Dass Gott bzw. Jah schwarz ist, wird wie gesagt aus Jer 8,21 abgeleitet:

"Ob des Schlages der Tochter meines Volkes bin ich zerschlagen; ich bin schwarz ("black" in der englischen Bibel), Entsetzen hat mich ergriffen".

Daher ist schwarz ein Synonym für Heiligkeit. Des weiteren wurde der Bibel entnommen, dass Jah in Äthiopien geboren wurde.

Für die Rastas kann der Gott der Christen nicht der wahre Gott sein. Er erscheint ihnen als Zerrbild Jah´s - ein Gott des Hasses, des Blutes, der Unterdrückung und des Krieges. Die wahren Werte sind dagegen Liebe, Einheit, Friede, Gleichheit und Gerechtigkeit. Dieses sind die wahren Gesetze des Lebens und nur sie garantieren das ewige Leben.

 

Tod

Die Vorstellung von einem lebenden Gott führt direkt zum Glauben über den Tod: Denn Gott ist kein Geist, sondern ein Gott der Lebenden, in dieser Welt und nicht in einer transzendenten. Dieser Gott ist aktiv tätig in dieser Welt und in diesem Leben, im Menschen und in der Natur. Rastas glauben nicht an den Tod, sie glauben an das ewige Leben:

"Selbst wenn ein Rastafari infolge hohen Alters stirbt, ist er nicht wirklich tot. Die Atome seines Körpers wandern zurück in die Gesamtheit der Dinge. Dieselben Atome werden wieder für die Neubildung anderer Babies benutzt, und das Leben setzt sich fort wie zuvor."
(Ras Moses von der "Mystical Revelation of Rastafari")

Dies ist aber nahezu die klassische afrikanische Vorstellung von Seelenwanderung, wie sie heute noch z.B. bei den Yoruba anzutreffen ist.

 

Zion und Repatriation

Äthiopien war der einzige Staat auf dem afrikanischen Kontinent mit einer langen historischen Kontinuität, der sich allen Versuchen einer dauerhaften Besetzung zu widersetzen wußte. Und er verfügt über eine Tradition, nach der ihre Herrscher ihre Abkunft von den Königen des alten Testamentes ableiteten und als Nachkommen Davids und Verwandte von Jesus Christus galten, und die Bewohner des Landes als auserwähltes Volk. Die Rastafarians sind der Auffassung, daß sie das "heilige Volk", die Israeliten, sind. Nach Jesaja 62,12 die "Erlösten des Herrn". Diese sind, nach der Lehre des Rasta-Propheten Samuel Elisha Brown, die aus den 12 Stämmen sich zusammensetzenden Hundertvierundvierzigtausend aus Offb 7,4 und 14,1.

Wie können Länder, die unsere "Heimat" als Sklaven darstellten, auch noch unsere Heimat als Nichtsklaven sein? So lautet eine oft gestellte rhetorische Frage, die die Forderung nach der Repatriierung einleitet. "Jene, die uns verschleppt haben und von unserer Sklavenarbeit profitierten, sollen uns endlich freilassen und uns für das zugefügte Unrecht entschädigen".

Als in der jamaikanischen Tageszeitung "Daily Gleaner" am 14.8.1985 von der Entschuldigung des Papstes (Johannes Paul II.) für alle, an Afrikanerinnen und Afrikanern begangenen Missetaten der Christen - unter besonderer Erwähnung des Sklavenhandels - berichtet wurde, sahen Rastas darin das erstmalige Eingeständnis von Schuld durch die Schuldiger.

Heute ist Forderung nach einer Rückkehr nach Äthiopien mehr und mehr als ein Ziel im übertragenen Sinne zu verstehen, als eine Rückkehr nach einem Ort ohne Hunger und Armut, ohne Tränen und Leid, ohne Gewalt und Ausbeutung, eine spirituelle Heimat. Tatsächlich gibt es in Äthiopien eine einzige Rasta-Enklave: Shashamane, auf "königlichem Land", das Haile Selassie I zur Verfügung gestellt hatte. Sie zählt allerdings nicht allzu viele Köpfe.

Zion ist der Ort, wo sich alle sammeln, die die Irrlehren Babylons nicht angenommen haben. Es ist der Schnittpunkt, wo sich Judentum und Christentum treffen. Zion ist das Königreich Gottes auf Erden.

© Text & Bilder RiddimXL

 

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