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Montag, 23. Oktober 2017

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Rastafari 03 Drucken E-Mail
Rastafari

BobMarley.at - Movement of Jah People

Die Stellung der Frau

An diesem Punkt wird besonders deutlich, dass Ideologie und soziale Realität von Rastafari nicht in allen Aspekten übereinstimmen. Obwohl diese Religion auf dem Prinzip der Gleichheit beruht, bedeutet dies nicht die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Frauen werden von zentralen rituellen Aktivitäten ferngehalten. Seit der Entstehung der Bewegung wurde niemals eine Frau zur Führerin oder herausragenden Person in der Gemeinde. Frauen haben eine niedrige Stellung, selbst in den jüngeren Generationen. Ihre Rolle ist weitgehend von den Gesetzen des Alten Testamentes diktiert.


Ein Statement zur Rolle der Frauen im Rastafarianismus stammt von Rastafari-Sistren für eine Sonderausgabe des "Carribbean Quarterly":


"Es kann nicht verneint werden, dass die Rastafari-Bewegung eine patriarchale Bewegung ist. Der Mann ist das Oberhaupt. Er trägt die Verantwortung für die Durchführung von Ritualen und die Deutung von wichtigen Ereignissen für die Gemeinschaft. Rastafari basiert auf der Bibel; folglich ist es der Struktur und Philosophie der Bibel entsprechend". (zit. nach Brynda, 1991, In: Kremser (Hrsg.))

Die nachfolgenden do´s and don´t´s für Rasta-Frauen beziehen sich auf die strikte Auslegung. Es leben aber nicht alle Frauen, die sich als Rasta-Sistren bezeichnen, in dieser Art und Weise... Abhängig von der Gruppierung, der sie angehören, wird die Frauenfrage diskutiert oder eben auch nicht. Eine Rasta-Frau wird entweder als "sister" oder als "Daughter" bezeichnet. Es ist Frauen verboten Hosen zu tragen. Sie sollte ein Kleid tragen, das ihre Figur nicht betont und Arme und Beine bedeckt.

Im fünften Buch Mose 22,5 steht:
"Eine Frau soll nicht Männersachen tragen, und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel"

Die Natur der Frauen soll auch dadurch in den Hintergrund treten, dass sie ihr Haar bedeckt, so steht es im Korinther 11,5-6:
"Eine Frau aber, die da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist ebenso viel, als wäre sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr auch das Haar ab. Nun es aber einer Frau übel steht, dass sie das Haar abgeschnitten habe oder geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken."

Rasta-Frauen bedecken ihr Haar also zu jeder Zeit, während Männer während des Rauchens ihre Mützen ("Tams") absetzen müssen. Der Moralkodex der Rasta erlaubt Sex zwischen Mann und Frau ohne dabei die Ehe zu fordern, die Rastas lehnen die bürgerliche Eheschließung sogar ab. Die Verbindungen sind sehr instabil, obgleich die dauerhafte eheliche Verbindung als Ideal erwünscht ist.

Homosexualität wird strikt abgelehnt, ist sie doch aus biblischer Sicht so verwerflich.

P.S. (2002) Auf diesen Satz, den ich zugegebenermaßen einfach abgeschrieben hatte, bin ich des öfteren angesprochen worden. Wo denn nun genau in der Bibel der Beleg dafür zu finden sei, warum Homosexualität abgelehnt wird? Bei der Recherche bei Bibel online stößt man auf folgende Bibelstellen:



Zitat aus DER BRIEF DES PAULUS AN DIE RÖMER, 1. Kapitel:
"1,26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 1,27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen."




Zitat aus DAS DRITTE BUCH MOSE (LEVITIKUS), 18. Kapitel:

Verbot geschlechtlicher Verirrungen "18,22 Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel."




und ebd., 20.Kap:
"20,13 Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen."

Die Bibel enthält aber nicht nur solche Grausamkeiten. Es sind auch ganz andere Worte zur homosexuellen Liebe zu finden, nur darauf beruft man sich anscheinend nicht:

Hohelied Salomos, Kap. 2:
"Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal. Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen. Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Jünglingen. Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß. Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir. Er erquickt mich mit Traubenkuchen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe. Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich."

Polygamie ist erlaubt, obwohl sogar ihr spiritueller Führer, Haile Selassie, nur eine Frau hatte und auch nach ihrem Tod nicht mehr heiratete. Auch in der Bibel findet man Stellen, die besagen, dass mehr als eine Frau zu haben, eine Sünde sei. Eine Frau zählt in der Rasta-Gemeinschaft allerdings erst als wirkliche Frau, wenn sie ein Kind geboren hat. Der Beweis der Männlichkeit eines Mannes ist die Schwängerung einer Frau. Es scheint, als ob ein Rasta-Mann mit diesem Beweis zufrieden ist und die Pflichten der Elternschaft nicht notwendigerweise akzeptiert. Die Verantwortung für das Kind fällt auf die Mutter und deren Familie. Eine Geburtenkontrolle wird abgelehnt, weil sie dem Wunsch der Weißen entgegenkommen würde, die schwarze Rasse aussterben zu lassen.

Während ihrer Menstruation gelten Frauen als unrein und werden der Gemeinschaft ferngehalten. Das, weil es so in der Bibel steht. Es ist schon ziemlich unverständlich, warum ausgerechnet in diesen Punkten der Bibel des weißen Mannes geglaubt wurde, vieles andere aber in Frage gestellt wird.


S P E C I A L: Die Frau im Rastafarianismus

Ernährungs-Gewohnheiten

"Damit der Kopf denken kann, muss der Körper gesund sein" sagen die Rastas

Rastafarians trinken keinen hochprozentigen Alkohol und lehnen "künstliche" Nahrung sowie Fleisch ab. Sie glauben, dass Fleisch, Fisch Geflügel oder Eier den Magen zu einem "Friedhof" machen, da man sich totes Fleisch einverleibt. "Agridishes" bzw. Nahrung, die in der Erde gewachsen ist, sowie absolut frische natürliche Nahrung ist "ital". Ital leitet sich von I und vital = Lebenswichtig ab, verbunden mit der Nebenbedeutung "natural", natürlich.

Die Nahrung soll gesund und frisch sein, ohne Zusätze von Salz oder chemischen Stoffen zur Färbung oder Konservierung. Dosennahrung gilt ohnehin als "beerdigte Nahrung".
Auch die Küchengeräte sollten aus natürlichen Materialien hergestellt werden.

*Genesis 9.3 (Das erste Buch Moses) 9. Kapitel - Gottes Bund mit Noah

Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben. Nur Fleisch mit seinem Blut, seiner Seele soll Ihr nicht essen.

Rastafarians und die Gesellschaft,

"Jeder in Jamaika hat eine Meinung über Rastas. Die Mittel- und Oberschicht glaubt, die Rastas sind brutale Hippies, die vernichtet werden sollten. Die Regierung toleriert sie und versucht sie als politische Kraft auszunutzen. Die Polizei betreibt eine Art Krieg mit ihnen, aber von Jahr zu Jahr werden die Rastas angesehener..." schreiben Stephens Davis und Peter Simon 1977 in ihren "Reggae Bloodlines".

"For years Jamaicans feared the Rasta as a voluntary ascetic who didn´t vote and just smoked herb all day long. Then after many years, people realized that the Rastas have contributed more to jamaican culture than any other group. In time the´ve become the concience of the country. We feel we need them more than they need us" (a young engineer, Reggae Bloodlines, 1977)

Rastas leisten keine Lohnarbeit, denn "Lohnarbeit ist Sklaverei". Sie bevorzugen Arbeit als Handwerker, Händler oder Fuhrunternehmer, Maler, Bildhauer, Dichter oder Musiker.

Allerdings muss man bedenken, dass die Situation der Rastafarians in Kingston als einem sozialem Spannungsfeld eine andere ist, als für einen Selbstversorger in den Hills. Dementsprechend unterschiedlich wird die Religion ausgelebt. Innerhalb des Rastafari gibt es außerdem verschiedene Gruppierungen: den Nyabinghi-Orden, die Twelve Tribes of Israel, die Ethiopian Orthodox Church, Mystic Revelation of Rastafari Bobo Ashanti u.a., deren Auslegung dessen, was Rastafari ist, unterschiedlich strikt ist.

Die Rastafarians waren schon immer ein Konfliktherd in der jamaikanischen Gesellschaft gewesen. In den 30ern und 40ern wurden sie zwar überwiegend als nicht ernstzunehmende Wirrköpfe angesehen, doch durch Geschehnisse wie den Besuch Haile Selassies 1966, die offenere Haltung der links-liberalen PNP-Partei unter Michael Manley und ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Kunst und Musik änderte sich ihr Ansehen in der jamaikanischen Gesellschaft.

Die Mehrheit der Rastafarians stammt aus der unterpriveligierten Schicht, sie leben in den Wellblech-Ghettos von Kingston und für schwarze Mittelschichtler ist der Rasta noch immer der Prügelknabe.

Auch wegen des Genusses von Ganja geraten sie häufig in Konflikt mit dem Gesetz und die Strafen sind hart. Für die Rastafarians ist die herrschende Strafverfolgung eine massive Unterdrückung und reine Schikane. Das drückt sich auch in der Musik aus.

Dreadlocks

Dreadlocks sind ein Symbol der Hingabe. Sie sind Symbol für Schwarz-Sein, Würde und Ehre, und ein bildliches Symbol der Löwenmähne. Auch hier folgen die Rastafarians den Empfehlungen der Bibel: Leviticus 21,5: "They shall not make baldness upon their head [...]".

Auch mit ihrer äußeren Erscheinung ziehen die Rastafarians viel Unwillen auf sich. Sie tragen Dreadlocks und pflegen einen lässigen Kleiderstil. Das eine solche nonkonformistische Lebenshaltung beim Gegenüber oft Angst und Ablehnung erzeugt, kennen wir auch von unserer Gesellschaft. Oft wird Rasta-Kindern mit Dreadlocks der Besuch der Schule verboten.

Je länger die Dreadlocks eines Rastafarian, desto länger folgt dieser der Rasta-Überzeugung des heiligen Weges des Lebens, könnte man bezugnehmend auf die Traditionen sagen. Ein Rasta ohne Dreads ist ein "Baldhead" - er kann nicht ernstgenommen werden.

*Dennoch gibt es Rastas ohne Dreadlocks die sich als gläubige Rastafaris sehen und diese Religion auch ausleben. Wiederum gibt es Leute mit Dreadlocks die nichts gemeinsam haben mit dieser Religion ("Wolfs"). So kann man auch in Jamaika bei weitem nicht jeden als Rastafari sehen weil dieser Dreadlocks hat.

Rastas, die zur Befragung zur Polizei mussten, wurden dort die Dreads abgeschnitten, als ein Akt der öffentlichen Verleumdung und sozialen Kontrolle über die Bewegung. Rastas sind über diese Grausamkeiten sehr wütend, denn die Dreadlocks sind sehr bedeutsam für ihre spirituelle Überzeugung. Sie glauben, dass sie klarer denken können und Gefahr um sie herum dank der Dreadlocks spüren können. Sie denken, dass es ihnen möglich ist, dank dieser natürlichen "Rezeptoren", Inspirationen von Jah zu erhalten. Wenn ein Rastafarian sein Haus verlässt, um "in die Welt" zu gehen, trägt er eine wollende Mütze, den sog. "Tam", die oft die Farbe Rot, Gold und Grün hat.

"Rot, für das Blutvergießen unter den Suffarahs seit den Tagen der Sklaverei! Gold, für den Reichtum, den man den Suffarahs gestohlen hat, seit Salomons Tempel erbaut! Grün, für das gelobte Land in Afrika, das die Heimkehr des schwarzen Mannes erwartet."

Nyabinghi

Der afrikanische Nyabinghi-Kult ist ein Vorläufer des Rastafari. Das Nyabinghi wurde nach der afrikanischen Königin Njavingi benannt. Der Kult wurde von den Kolonialmächten unterdrückt und verboten und Zuwiderhandlungen wurden mit Schlägen und Gefängnis bestraft. Das Ritual wurde durchgeführt, um vor Fehlschlägen im Leben zu schützen. Das Nyabinghi wirkt als aktive, aber gewaltlose Kontrolle vom Guten über das Böse in der Welt. Die Ursprünge des jamaikanischen Nyabinghi gehen auf Leonard Howell und andere Haile Selassi-Verehrer zurück. In Howell's im Jahre 1940 gegründeter Rasta-Kommune Pinnacle in der Bergregion von Sligoville nahe Spanish Town, entwickelte die geschätzte 1600 Rastafarians zählende Gemeinschaft, Nyabinghi als Äußerungsform. Heute ist das Nyabinghi die kulturelle Ausdrucksform des Nyabinghi-Ordens, der ältesten Gruppierung von Rastas.

"Nyabinghi means war, but the weapon it use is love, because only love can conquer evil. But if love can't conquer the evil in a person, then the final judgment will be dreadful, which could be no other, than death to black and white downpressors". (Ras Colwin in einem Reasoning (vgl. ebd., S. 28)

Nach der Zerschlagung Pinnacles durch die Polizei im Jahre 1954 zogen die meisten Rastas nach Kingston, wo sie erst recht unter dem Eindruck der gewaltsamen Zerstörung ihrer Häuser und Pflanzungen, Nyabinghi, den spirituellen Krieg gegen Babylon, zu einer Grundlage ihrer Existenz machten.

Nyabinghi als Philosophie äußert sich kulturell in sogenannten Grounation-Feiern und Versammlungen (issembly) von Rastafarians, die mehrere Tage oder Wochen dauern, der Lobpreisung von Haile Selassie I und dem niedersingen Babylon's gewidmet sind.

Während im Tabernakel, dem geheiligten Platz rund um den Altar von Melchizedek, tanzende Rastafari-Brüder und -Schwestern die vernichtende Kraft des kosmischen Feuers beschwören, sorgt ein fireman dafür, dass die meterhoch brennende Feuersäule hinter dem Eingang des Versammlungsortes nicht kleiner wird. Sie symbolisiert sowohl die elementarste und reinigende Kraft des Armageddeon als auch jene Feuersäule, deren Licht die Kinder Israels aus Babylon zurück in das gelobte Land geführt haben.

Sie fördern die Einheit von Rastafari und geben Gelegenheit, in Reasonings doktrinelle Positionen dynamisch weiterzuentwickeln. Darüber hinaus repräsentieren sie eine ersehnte "Ruhepause" von den earthal runnings - den Alltagsplagen - in Babylon. Nyabinghi Issemblys finden regelmäßig zu bestimmten Anlässen wie dem Geburtstag Haile Selassies, dem Jahrestag seiner Krönung zum King of the Kings oder seines Besuches in Jamaika statt, können aber auch aus anderen Gründen einberufen werden, z.B. während eines Staatsbesuches, allerdings nicht zu deren Ehren, sondern um sie spirituell zu bekämpfen.

Neben der gemeinschaftsstiftenden Funktion hat Musik bei den Rastas auch einen individuellen Aspekt: "Also angenommen, ich komme abends heim und fühl mich wirklich mies. Hab den ganzen Tag nichts rangeschafft. Ich komm also heim, und statt, dass ich meine Frau schlag oder die Kinder rumscheuche, nehm ich lieber meine Trommel und spiel ein bisschen riddim, weißt du. Und gleich gehen alle mit, der ganze yard. Ist doch so! Und auf einmal wird einem der Kopf frei von allem Ärger, so frei, dass ich manchmal sogar eine Idee krieg, wie ich am nächsten Tag klarkommen kann."

Heute wird Reggae und Rasta häufig synonym verwandt, meist aber zumindest in einem Atemzug genannt. Doch gegen solche Gleichsetzungen setzen sich die Mitglieder des Nyabinghi-Ordens zur Wehr.

"Reggae is some sort of a mix-up, mix-up business. Only Nyabinghi music is divine and pure Rastafari Musik." Winston in einem Reasoning

Ihre musikalische Äußerung wird von den Anhängern dieses Ordens als eigentliche Rasta-Musik eingeschätzt: Nur Nyabinghi-Gesänge dienen der Verehrung von Jah und können durch die Kraft von word, sounds and power - ohne die artifizielle elektrische Energie der Verstärkeranlagen - Babylon niedersingen. Im Gegensatz zum Nyabinghi-Orden gibt es auch Rastafari-Orden, die nicht so strikt denken. So nutzt z.B. der Orden der "Twelve Tribes of Israel" Reggae als Transportmittel für ihre religiösen Inhalte. Reggae ist ihre kulturelle Äußerungsform.

Winston Rodney (Burning Spear) bezeichnet in einem Interview Nyabinghi als Quelle seiner Inspiration: "The feelings of Nyabingi coming through the music and the music is coming through the feelings of the Nyabinghi. One Order."

Und Freddie McGregor sagt in einem Interview: "Weder die Musik und die Texte eines Bob Marley noch irgendeines anderen Reggae-Stars (sofern sie Rastafari-Inhalte vermitteln) lassen sich ohne Nyabinghi - die roots ihres Ausdrucks und ihrer vibrations - verstehen." Aber Nyabinghi ist eben nur eine Ausdrucksform der Rasta-Musik. Die jamaikanische Musikwissenschaftlerin Pamela O´Gorman schrieb schon 1972:

"Durch die gesamte Geschichte von Ska, Rock Steady und Reggae zieht sich als roter Faden die Stimme der Rastafaris. Mal ist sie stärker, mal schwächer. Sie bringt eine neue Sprache in die Texte, einen liturgischen Charakter in die Melodie und der Rasta-Rhythmus überlagert den Pop-Rhythmus"

Während politische Parteien wie die sozialdemokratische PNP mit Wahlslogans wie "Power for the people" um Stimmen warben, reflektiert Reggae das Selbstbewusstsein und die Erfahrung der Mehrheit, die mit ihren Künstlern erstmals echte Repräsentanten ihres Kulturschaffens frei wählen und damit "Power of the people" ausdrücken. Das ist die eigentliche kulturelle Revolution hinter dem "Phänomen" Reggae. Wenn junge Jamaikaner heute von "klassischer Musik" reden, so meinen sie damit nicht Bach oder Beethoven, sondern - klar - Bob Marley, Burning Spear oder Mutabaruka.

Die Musik bleibt ein einigermaßen autonomes Medium der Kommunikation, solange die Interpreten nicht nach internationalem Starruhm streben. Denn wenn Fragen der optimalen Vermarktung ihre Schatten auf die textlich vermittelten Inhalte werfen, wird auch Reggae zum Opfer kultureller Fremdbestimmung und zum kurzlebigen aber gewinnbringenden "Style and Fashion".

Die Mitglieder des Nyabinghi-Ordens lehnen den Reggae als korrumpiert ab. Sie meinen, dass Reggae keine Rasta-Musik sei, da ihre Interpreten das Wort Gottes gegen Geld verkaufen würden und niemand könne zwei Herren - Jah Rastafari und dem Dollar - dienen.

Für viele Rastas bedeutet ein Einlassen auf das Reggae-Business hingegen eine durchaus legitime und die letztlich aufrichtigste "Organisation" des Überlebens in Babylon. Zugleich das verabscheute System niederzusingen ("to chant down Babylon") und dafür noch vom System selbst bezahlt zu werden, entspreche - Larry in einem Reasoning zufolge - voll und ganz den gerechtfertigten Intentionen mancher Rastas.

Anders als die Rasta-Philosophie entstand der Reggae in den urbanen Ghetto-Bezirken. Die Musik war vorerst ein Organ der unterdrückten jugendlich "Urban Sufferers". Erst mit dem stärker werdenden Einfluss von Rastafari auf das Medium Reggae - Mitte der Siebziger Jahre - bekam es eine globale Orientierung, die Trenchtown und Soweto zu Synonymen für ein und dasselbe Unrecht machten. Reggae ist in seinen Ursprüngen die Ausdrucksform der Schwarzen Jamaikaner, die einen Weg zu kultureller Identität und Selbstvertrauen finden wollen.

Rastafari-Kunst

Neben der politischen Wirkung ist Rastafari auch eine starke kulturelle Kraft. Der Rastafarianismus beschwört eine Kreativität, die sich umfassend auf die gesamte Lebensweise bezieht. Doch nicht nur in der Musik kommt dies zum Ausdruck. Auch in der Poesie und Schriftstellerei, wie in der bildenden Kunst. In diesem kurzen Kapitel wird es um die visuelle Kunst der Rastafaris gehen.

Ebenso wie der Reggae haben sich Rasta-Kunst und Kunsthandwerk im eigentlichen Sinne erst in den letzten 40 Jahren entwickelt. Wolfgang Bender schreibt im Ausstellungskatalog zur Rastafari-Ausstellung, dass der Rasta-Künstler der Rastafari in Reinkultur sei, da Kreativität zentral ist für die Gesamtheit der Rasta philosophy and culture.

Stilistisch lässt sich keine Einheitlichkeit finden, außer der Tatsache, dass der großer Teil der Arbeiten nach europäischem Verständnis der naiven Kunst im weitesten Sinne zuzuordnen ist. Was die Künstler und Künstlerinnen miteinander verbindet, ist ihr Bekenntnis zu Rastafari. Dies drückt sich in der Verwendung bestimmter Zeichen, Motive und Symbole aus. Außerdem teilen die Rasta-Kuntschaffenden eine bestimmte Einstellung zu schöpferischer Arbeit, die sich von unserer Idee von Kreativität unterscheidet. Es wird zum Beispiel zwischen sakral und profan nicht strikt unterschieden.

Alles Verwend- und Nutzbare wird mit Rasta-Symbolen und dem Rasta-Dreiklang von Red, Gold and Green geschmückt. Dadurch bekommt es gewissermaßen den Rasta-Stempel aufgedrückt, wird neu bezeichnet und der Rasta-Kultur einverleibt.

Verwendet werden die verschiedensten Materialien wie Holz, Metall, Karton, Leinwand, Kürbis, Ölfassdeckel, Wolle, Stoff, Wände und Mauern. Die meisten Künstler können sich ihr Handwerkszeug gar nicht leisten und verwenden daher alles, was sich anbietet und irgendwie eignet. Auch die Gegenstände, die Benutzt werden sind unterschiedlicher Natur: Kleider, Plattenhüllen, Gefäße, Möbel, Töpfe und ein ganzes Haus. (Nämlich das vollständig aus Korb geflochtene Haus von Bongo Silly).

Die visuelle Rastafari-Kunst hat in erster Linie ihre funktionale Rolle zu spielen und vorrangig der Verbreitung der Rasta-Inhalte zu dienen. Das übergreifende Motiv, die Überwindung der von Menschen gemachten Trennung und die Wiederherstellung der Einheit, begründet das Gemeinsame der Bewegung, die auf den ersten Blick diffus und heterogen erscheint.

Zu den zentralen Motiven gehören – natürlich – Portraits von Haile Selassie I. Diese Reproduktion von teils nachgedruckten Fotografien waren die ersten Objekte der Rastafari-Kunst. In ihrer Form ähneln sie christlichen Votivbildern. Dargestellt werden auch historische Personen wie Marcus Garvey und Paul Bogle, berühmte Musiker wie z.B. Don Drummond oder Sportler, wie der jamaikanische Kricketspieler Frank Worell. Afrika selbst, als regelrechte Landkarte ist ein weiteres wichtiges Motiv. Ebenso wie der "Black Star Liner", das Transportmittel zur Rückkehr nach Afrika.

Szenen aus dem täglichen Leben finden sich in Rasta-Arbeiten nur relativ selten. Das liegt vor allem daran, dass die Künstler sich zu aller erst als Propagandisten einer anderen, besseren Wirklichkeit verstehen. Das bei weitem häufigste Motiv ist der Löwe. Er ist das Emblem der Rastafari, ihr Wappentier, denn der Löwe gilt als das afrikanische Tier par excellence und als König aller Tiere. Weil sich Haile Selassie und anderem auch als "Lion of Judah" titulierte, steht der Löwe auch für diesen und symbolisiert den Messias.

Wolfgang Bender schreibt im Ausstellungskatalog, dass dieses Kunst im Alltagsleben und im städtischen Erscheinungsbild 1991 längst nicht mehr so präsent war wie noch 10 Jahre zuvor.


© Text & Bilder RiddimXL


 

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